vecher II

Mai 25, 2008 von olgapark

danach der private grand prix, mit gewinnern vom balkan. paranoid polish girl and i smoke spliff in a toilet stall and excite about the fake boobs of the polish contestant while she’s giving me hints for the best backyard pubs in nightly warsaw. draußen schon sonne und vögel und die prostitutki in der oranienburger straße kommen zur frühschicht.

vecher I

Mai 25, 2008 von olgapark

die aufdröselung der „freundschafts-punkte-vergabe“ beim jährlichen eurovision gleicht gar einer ethnologischen analyse momentaner kriegs- und friedensszenarien über den kontinent namens europa und zwischen all jenen, die sich vielleicht noch dazu rechnen (think israel).
norwegen gibt polen 8 punkte wegen der hohen zahl der auswanderer dort, bulgarien verteilt an deutschland 12 punkte, weil alle lesbischen bulgarinnen lucy huldigen. serbien und montenegro geben jetzt getrennte stimmen ab. dass der armenische beitrag auch gerne jenseits von gut und böse sein kann, beweist mal wieder, was ne ordentliche diaspora wert ist. wie bei der letzten bastion des nationalisierens, dem fußball, wird auch beim eurovision ausgepfiffen und da wurde gedacht, man hätte den patriotismus hinter sich gelassen. eine umfrage ergab, dass in jenen ländern, die nicht durch die vorentscheidung kamen und somit nicht teilnehmen, die „einheimische“ bevölkerung erst gar nicht zuschaut, geschweige denn abstimmt. so we is gonna get more votes for barbados next time!
eurovision ist auch ein erstaunliches barometer des zerfalls der westeuropäischen hegemonie. den sieg tragen meist keine länder zentraleuropas (mehr) davon (ich freue mich wahnsinnig auf den ersten grand prix in azerbaijzan!). seit 2002 fand der wettbewerb in tallin, riga, istanbul, kiev und helsinki statt. nicht zu vergessen israel, das immernoch erstaunlich europäisch ist wenn es um entertainment geht (und dieses jahr einen kibbuz-boy schickte, oh my). aber es bleibt fraglich, ob länder wie deutschland, frankreich, großbritannien oder italien jemals wieder gastgeber sein werden, selbst-vergessen und träge wie sie sind.
dass russland gewonnen hat, war eine seltsame überraschung. ok, timbaland, diese musikhure. ok, dima dazu. long-distance telecommunication owning female teenagers of the former east block, unite. immerhin, dadurch wird es lustig werden, nächsten frühling in moskau.

rebecca makes it fun!

Mai 22, 2008 von olgapark

in den usa hätte ich ständig probleme mit der nahrungsaufnahme, panisch, sachen mit manipuliertem gencode oder hypercalciumzusatz zu mir zu nehmen. naja, wir sind aber nicht in den usa. einzig beneidenswert: die pints (UK) und gallon (US) der milchflaschen. seufz.

sons & daughters of the mayflower

Mai 22, 2008 von olgapark

kosum II – eine anregende virtuelle reise durch die größte amerikanische mall, die MAll of America (MOA). riesig groß. riesig voll. nach dem lesen der angebote will man kaufen und glücklich werden. einige kuriositäten aus dem leistungs- und regulierungsspektrum:

1) Parental Escort Policy
We welcome all youth to Mall of America®, however on Friday and Saturday evenings youth under 16 must be accompanied by an adult 21 years or older from 4 p.m. until close. One adult may supervise up to 10 youth. Anyone 21 years or younger should be prepared to show a driver’s license, state identification card, passport, or Mall of America employee identification card during the Parental Escort hours.

2) Did you know?
• 258 Statues of Liberty could lie inside the Mall
• If a shopper spent 10 minutes browsing at every store, it would take them more than 86 hours to complete their visit to Mall of America

3) WalkSport™ Mall Stars!
Mall of America opens its doors for (free) mall walking at 7 a.m. daily. One lap around the first level of Mall of America is 0.57 miles.

4) Kids Eat Free on Tuesdays!
One adult meal must be purchased for every child’s free meal. Valid for lunch or dinner every Tuesday. Children must be 6 years or younger. Not valid with any other offer.

5) Chapel of Love
Chapel of Love is pleased to invite you to create your dream wedding in our romantic chapel, located in the exciting Mall of America®. Chapel of Love was even selected in the top ten places in America to get married on CitySearch!

6) European Gift – Store
Large selection of authentic German beersteins. Anheuser Busch collectable steins. Premier dealers of: Hummel, Swarvoski, Lladro, Steiff. Meissen Crystal, Italian and Swiss music boxes. Belgian and French tapestries, Steinbach and Ulbrich nutcrackers and smokers. Dolls: Lee Middleton, Madam Alexander, Danish Pixies, amber jewelry. Pewter figurines, Pipka’s Santas, thimbles, Russian Matryoshkas, etc. Cuckoo Clocks, Howard Miller clocks. We ship everywhere in the US.

konsum 08

Mai 22, 2008 von olgapark

aus meinen feldnotizen:

Dem gegenüber steht eine autonome Nutzung des Kaufhauskomplexes, d.h. Besetzung des Raumes oder willkürliche Umgestaltung. Das Kaufhaus bleibt Privatgrund. Die Abwesenheit einer fülle möglicher Handlungen im Ort Kaufhaus verweist auch auf eine bestimmte Kundenrolle, die es beim Betreten des Gebäudes einzunehmen gilt. Der Raum „Schloss“ übt wie viele seiner Pendants eine disziplinierende Wirkung auf den Besucher aus, d.h. eine blitzschnelle Umstellung auf einen bestimmten Modus, der den Aufenthalt für einen selbst und die anderen Besucher am angenehmsten gestaltet. Dies ist vergleichbar mit dem Modus, den Fahrgäste in öffentlichen Transportmitteln einnehmen, z.B. um nicht angestarrt zu werden aber gleichzeitig auch selber nicht (zu auffällig) andere anzustarren und damit in einer unausweichlichen Situation des Zusammenseins auf begrenztem Raum einen Rest von Privatsphäre und Distanz aufrecht zu erhalten. … Der Effekt des „inspacing“, der bei den NA deutlich wird, d.h. die Verlängerung der Privatsphäre in den semi-privaten Raum des Kaufhauses, ist diagonal entgegengesetzt zum Konzept des „Schlosses“: hier geht es um die bewusste Schaffung eines künstlichen Raumes mit Design- und Soundkonzept und determinierten Handlungsoptionen. Die suggerierte „Ruheoase“ (Brunnen, Sitzplätze, Pflanzen, gute Luftqualität) ist jedoch nicht auf Dauer angelegt. Zudem spielt hier das Innengestaltungskonzept eine interessante Rolle: die dargebotene laienhafte (und hinterfragbare) Vermischung verschiedener Kunst- und Architekturstile soll vom Publikum als diese identifiziert werden. Die Nutzung der genannten Stile (Neo-Renaissance und –Klassizismus), in Kombination mit den romantisierenden Elementen aus dem 19./20. Jahrhundert, all jenes Beige, Gold, Antikanleihen und Nostalgieartefakte erwecken eine konservierende Stimmung, die die Mall auf ein bestimmtes Alters- und Kundenspektrum ausrichtet (nicht zu vergessen die unsynchrone Deckenprojektion der Unterwasserwelt gepaart mit Vogelzwitschern). Eine gepflegte, niveauvolle, saubere Stimmung soll den Kunden begleiten, das Gefühl von Erhabenheit, Bürgerlichkeit, ja gar Bourgeoisie. Dies schließt bestimmte Gruppen wiederum vom Einkaufserlebnis aus. Die Assoziation am Eingang – Schloss = Kunde ist König – war durchaus berechtigt. Hier bestätigt sich die Theorie, dass einkaufskomplexe heutzutage bei weitem der „profanen“ Utilität ihres Versorgungscharakters enthoben sind und stattdessen eine Erlebnislandschaft anbieten, die zur verweilen/Wiederkehr und dem kontinuierlichen oder verstärkten konsumieren anregen soll.“

godoj’s girls

Mai 16, 2008 von olgapark

morgen abend das DSDS-finale mit dem einem bub aus dem libanon und einem anderen bub polnischer herkunft. das versammelte weibliche publikum von jenseits der neiße wird die rote unterwäsche anhaben um dem ersten potentiellen DSDS-Gewinner mitteleuropäischer herkunft zu huldigen. yee-haa.

wir ratten

Mai 15, 2008 von olgapark

„Viele Menschen haben Interesse an Gratisökonomie, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Containern ist dabei eine gute Methode zur Beschaffung von kostenloser Verpflegung, und wer könnte die nicht gut gebrauchen?

Berlin
• es gibt seit dem 10.08.2007 auch eine Container-Mailinglist für Berlin!
• in Kreuzberg36 (ums Kottbusser Tor rum) die Gemüseläden abklappern und nach alten Sachen fragen
• Extra (Ackerstraße/Invalidenstraße) im Innenhof (neben der Polizei, Brunnen- oder Invalidenstraße) (Mitte U8 Rosenthaler Platz)
• Kaiser in der Winstraße, mo-fr 9:00 -20:00. Solange der Markt offen hat, schließen sie den Container nicht ab. Angstellte korrekt.
• berlin -wannsee:dort gibts n „plus“ wo sich das überwinden des sicherheitszaunes wirklich lohnt!besser zu zweit hingehn,dann kann der eine all das zeug von der andern seite des zaunes in empfang nehmen und nehmt transportmöglichkeit für die euch erwartenden tonnen an schokolade und pudding mit!“

ab morgen nach sonnenuntergang im selbstversuch. warum zahlen, wenn es eh kein geld gibt, das man ausgeben könnte?

schöner ficken mit zwei michels

Mai 3, 2008 von olgapark

vor sieben jahren oder so klappte ich sprachlos die „elementarteilchen“ des einen michels zu, heute dann also den „willen zum wissen“, auch gerne „das sexbuch“ von michel f. genannt. zwei franzosen mit demselben vornamen, von denen der eine prosaisch deklariert, was der andere etwa 1976 analytisch auseinanderfaserte.
sex und repression. zur zeit von „wille zum wissen“ vielleicht klassisch verstanden als ein berg von schuld und beichtzwang in einer noch nicht durch unausweichbare massenmedien gewöhnten öffentlichkeit. in echtzeittempo meint dies aber auch die nachmittäglichen talkshows der 90er und ihre obskuren einblicke, die gar nicht erst versuchten, ihren voyeurismus zu verbergen. die selbstdarstellung, selbststilisierung, unterwerfung unter wandelbare ideale zur einzig legitimen deklaration des quantitativ kopulierenden selbst.
vordergründige freiheit ist gleichzeitig in ihrem imperativ einschränkend. an diesem punkt hat das krokodil dispositv bereits zugeschnappt und man sitzt in der falle. verblüffend, dass foucault umso lakonischer erklärt: was ist denn nur los, es gibt diese repression, diese regeln nicht – es gibt nur macht und strategien, und sex ist auf machtbeziehungen und -strategien zwischen einzelnen „punkten“ (individuen, gruppen …) basierend. erobert man „seinen“ sex, erobert man seine eigene freiheit, seine macht, seine wahrheit – scheinbar „zurück“. reizvoll.
dann kommt das ende des bösen märchens: wenn sex auf macht basiert, dann ist die basis der macht widerum der machtkampf. repression entsteht da, wo sich die klassen spalten und die herrschende die parole des verbotes – was im grunde einer distinktion gleichkommt – ausruft. dass die klasse, die die hegemonie an sich reißt damit praktisch auch eine selbstkastration vornimmt, weil sie die markierung als erste vornehmen will, kommentiert foucault mit dem thema der psychoanalyse. diese würde schon dafür sorgen, dass die einen ihre verdrängung kostspielig sublimiert bekämen, während sich die verdrängung „der anderen“ v.a. in gesetzesüberschreitungen äußere (siehe österreich, möchte man meinen).

puh. dieser band ist alles andere als sexy.
von irgendwo im nebel des hirns taucht charlotte roche auf. erst neulich beschäftigte sich das magazin der süddeutschen zeitung mit dem thema „achselhaare“. das SZ-magazin deklarierte und dankte frau roche für den anstoss zum nachdenken über weibliche körperbehaarung unter den armen, denn nicht nur seien wir, das abendland, damit dem „natürlichen sex“ endlich wieder näher, sondern auch frauen, die sich rasierten, müssten sich nicht mehr als opfer eines ästhetischen imperativs ohne erkennbaren zweck fühlen – sie hätten bereits so eine große distanz zum allmächtigen gegenwärtigen sex-diskurs gefunden, wären so ausgefuchst auf-und abgeklärt, dass sie über sowas wie achselhaare doch nicht mehr nachdächten. bis es wieder sommer wird, will man hämisch hinterherrufen.
natürlicher sex? roches buch soll ja auf viele eine befreiende wirkung gehabt haben (es ist mir bis jetzt nicht untergekommen). da ist es wieder, foucaults spielchen: eine lesende und sich mit sexdiskursen beschäftigende klasse kauft das buch, angeregt, einen ratschlag zu erhalten, befreiung, wahrheit – wie ist dein sex, und ich sag dir wer du bist. es folgt religiöse beichte en detail. als existierte der sex nicht, so auch michel f., wenn man nicht über ihn redete.

my cervix, my business

Mai 1, 2008 von olgapark

hach, da wollte man ursprünglich michel foucaults sexanalyse huldigen und wird dann in andere denkkanäle geschleust.
im radio lief neulich ein unsägliches werbefeature für die frühvorsorge gegen so genannten gebärmutterhalskrebs (gott, bitte, ich hatte noch nicht mal gefrühstückt) durch eine ärztliche impfung. zuvor wurde bereits ein werbefilmchen fürs TV mit jette joop (???) produziert, die sich „als mutter“ für die gebärmutter ihrer tochter „stark macht„. der spot zeigt die joop’sche mutterhand mit der eines kleinen mädchens, das in sekundenbruchteilen zur (nun ja, wahrscheinlich) sexuell aktiven spätpubertären gemorpht wird und ihrer mutti dankbarkeit entgegenstrahlt – danke, mutti, für die impfung, danke für meine gesunde zervix.
nachdem der erste ekel vor der mütterlichen kontrolle der filialen fortpflanzungsorgane überwunden war, fragt man sich zunächst – hä? welche krankheit? die gab’s bis vor kurzem nicht mal. ein blick auf die homepage (rosa-changierend, weil frauending, und so, nicht wahr?) des impfstoffanbieters ist einleuchtend: glaxosmithkline. ach so. nahe liegt der verdacht, dass hier eine auch bisher bestehende krankheit künstlich aufgeblasen wird zu einer bedrohung, vor der es nicht nur sich selbst sondern – ganz wichtig! – die edle brut des schoßes zu schützen gilt. dass mit der angst von menschen viel geld zu machen ist, besonders mit der angst um das leben ihrer kinder (und, da es sich um fortpflanzungsorgane handelt) sogar das leben der nicht mal existenten enkelkinder und noch folgender nachkommen, d.h. dramatisch ausgedrückt dem fortbestehen der gesamten familie, ist dabei auch nicht so neu. blutsbindung & stammbäumelei anno 2008 A.D.
auf der homepage des impfstoffanbieters wird geraten, „mädchen zwischen 12-17 jahren“ bereits an der impfung teilnehmen zu lassen. man stelle sich damit vor, die überbesorgte mutter folgt frau joops beispiel und nimmt ihre pubertäre tochter mit zu einem frauenarzt, um ihr eine impfung verpassen zu lassen, der es ihr mal „ermöglichen wird, gesunde kinder zu bekommen“ und nicht an krebs zu erkranken (for the record: diese art der krebserregung wird durch viren ausgelöst, daher ist hier eine impfung prinzipiell MÖGLICH). was ist das resultat? sagt die ungefragte tochter (in beiden werbekampagnen, radio wie TV) dann „danke, mutti„? freut sich über einen tiptop gebärmutterhals, gesponsert von einem der größten medizinkonzerne der welt?
zunächst das einfache: es ist bisher ein wunschtraum, (geschlechterunabhängige) krebserkrankungen durch impfung vorzubeugen. ein risiko mehr ausschalten zu können, im falle der frauen durch eine simple vorbeugemaßnahme, ist geradezu in wunderbar greifbarer nähe. dennoch verschweigt man auch hier, dass natürlich selbst durch die drastische verringerung eines metastasen-risikos aus dem gebärmutterhals eine frau auf weiterhin mannigfaltigste weise an krebs erkranken kann, lebensgewohnheiten und die guten alten gene spielen ja auch noch eine rolle. des weiteren kann in einem 20-sekunden spot auch nicht das gesamte verlaufsspektrum einer krebserkrankung abgehandelt werden. krebs muss nicht zwangsläufig tödlich enden und ist in industrienationen gut therapierbar; dennoch nimmt dies niemandem die angst vor einem eventuell zu frühen tod.
gegenüber den biotechnologischen interventionsgedanken ist hingegen der kontrollmechanismus mutter-tochter geradezu grotesk verdeutlicht. die mutter fragt die tochter in der werbung (die auch so gar nichts mit aufklärung, sondern marketing zu tun hat) kein einziges mal, ob sie es eventuell doof findet, dass man ihrem körper virenspuren zusetzt, die sie vor einer infektion ihrer fortpflanzungsorgane schützen. im radiofeature spricht eine mutter mit ihrem arzt (eine markante, autorität versprühende männliche stimme mit weichem timbre, grrr!), der sie, aus allen wolken fallend über die lauernde gefahr des GHK, väterlich belehrt, „ihre tochter zu schützen“ (das gör treibt sich während muttis monatlichem frauenarzt-termin desweilen mit den jungs aus der nachbarschaft rum). dass hier sowie im TV -spot der gynäkologische aspekt so immanent ist, verweist auch auf die bedeutendere ebene der impfung: kontrolle des pubertären weiblichen körpers, der nicht nur sozial und gesellschaftlich, nunmehr auch unverhohlen biotechnisch auf ein bestimmtes recht populäres frauenbild zugeschnitten werden kann. damit das heute junge mädchen später mal was gilt, muss ihre gebärmutter wenigstens ein paar nachkommen ausspucken oder prinzipiell überhaupt fähig dazu sein. den kranken, unfruchtbaren (und sich verweigernden) körper braucht diese gesellschaft nicht.
bleibt zu erörtern, an wen sich also diese werbung richtet. frauen, ja – aber welche? das beliebte spielchen „hop und top in der BRD“ verweist auf gut verdienende zielpersonen, da die impfung nur für mädchen bis 17 jahre kostenfrei ist. wie bereits angedeutet, ist der gynäkologische aspekt äußerst hervorgehoben, es geht auch deutlich um familienplanung, ein grabenthema im demografisch nervösen deutschland. pro kind = pro gesellschaft, bla. die individuelle entscheidung, kinder zu bekommen, ist nicht mehr denkbar ohne die verwicklung des staates in diesen akt, das interesse der gesellschaft an kindern, die deutlicher denn je als rentenfaktoren, human ressource und bindekitt in eine schwammige „zukunft“ fungieren, ist geradezu monströs angeschwollen (mit angst geht ja immer alles).
die werbung richtet sich explizit an mütter – sie sollen die verantwortung übernehmen für ihre minderjährigen (und damit unmündigen?) töchter, nein, für deren gebärfähigkeit und damit das fortbestehen der familiären linie. wie sich die tochter dazu positioniert, ob sie z.b. überhaupt eines tages kinder haben will oder eventuell in einer nicht heterosexuellen beziehung lebt, ist völlig wurscht. genauso wurscht ist die haltung der väter – wo sind die eigentlich? können doch auch zum frauenarzt gehen mit ihrer tochter und sie impfen lassen, bei masern-mumps-röteln im kindergartenalter war das doch auch alles kein problem. wie, das ist peinlich? aber es geht doch um die sexualität, gesundheit und späteres „familienglück“ deiner tochter! aha, soll die mutti machen, die ist ja „auch ne frau“. weiterhin sind auch eventuelle risikofaktoren a.k.a. partner_innen nicht benannt. da das krebsrisiko durch viren ausgelöst wird und diese viren wie vermutbar beim geschlechsverkehr übertragen werden, könnte man ja auch mal – wenn das thema denn wirklich die relevanz hätte, dies es zu haben andeutet – die sexuellen koakteure mit einbeziehen, genauso selbstverständlich, wie dies bei den themen verhütung und HIV-prävention vorgenommen wird. fehlanzeige. wird die frau krank, ist sie selbst schuld oder ihre mutter, die die impfung schändlich als „quatsch“ ausschlug.
neben der angst vor dem „versiegen“ der familienlinie durch die unfruchtbare tochter (wie archaisch!), ist die kampagne kulturologisch äußerst fragwürdig. biotechnischer eingriff in den körper einer minderjährigen, die zudem auch offensichtlich nicht gefragt wird, abwälzung dieser verantwortung allein auf die frau, die ganz selbstverständlich heterosexuell, gebärfreudig und -willig ist, in einer festen beziehung lebt (= weniger ansteckungsgefahr, gelle) und „verantwortungsvoll“ mit der ressource gesundheit umgeht. kein willkürlich und planlos vollzogener sex unter teenagern, die elterlich-mütterliche kontrolle überpräsent, und zeugungs-, befruchtungs- und gebärvorgänge, die so schrecklich komplex physiologisch-psychologisch verwoben sind, dass die bei glaxosmithkline dargestellte reduzierung auf einen für die menschliche fortpflanzung relativ unwichtigen verbindungskanal wie die zervix geradezu monströs mittelalterlich anmutet.

heim&welt

April 29, 2008 von olgapark

mi casa est tu casa… premiere im wohnungssuchen in berlin. beenden wir die episode der kollektiven waschräume und unisextoiletten wir würdevollem wohnen in randbezirken. freundliche menschen am telefon meinen, sie „hätten sich schon für jemanden entschieden und so“, obwohl die anzeige erst einen halben tag alt ist, soso. fallstudien des hauptstädtischen immobilienmarktes:

„Helles Zimmer in 2er WG (m Enddreißiger), morbider Charme, gewollt schäbig, unsaniert, improvisierte Dusche, in Top-Lage mit Ausblick auf die Trendmeile, ab Mai 2008 zu vergeben. Wahlweise Teil- oder unmöbliert. Befristet mgl./Bevorzugt aber unbefristete Mietdauer. Für Freunde einfachen Wohnens.“

„Hallo, wir suchen für unsere vegane 4er WG im Norden Neuköllns ab Juni ggf. auch früher eineN neue Mitbewohner_in. Das Zimmer ist 12qm gross und kostet ca. 180 euro (incl. Allem d.h. Warm + Nebenkosten, DSL Flat, Telefon Flat, Jungle World, Konkret, Phase 2, kolik u. iz3w Abo etc.). Superschickes Bad, Dusche, Wanne, abgezogene Dielen, vegane Küche, gemeinsame Haushaltskasse, non-smoker!“

„Die Wohnung liegt sehr zentral (nur 10 min zu Fuss zum Alex oder zum U-Bahn Ebeswalderstr.)
Kurz zu mir: Ich heisse Jonathan, bin 26 Jahre alt und studiere an der FU. Ich moechte eine WG gruenden. Ich suche eine nette Mitbewohnerin zwischen 21 und 28 Jahren alt (am liebsten auch Studentin), die eine Bleibe fuer laenger sucht (mind. 1 Jahr).Ich moechte keine Zweck-WG. Wuerde gern zusamen ausgehen, mal etw kochen oder einfach am Abend ein Glas Wein trinken.Einen Putzplan gibt es hier nicht, aber muss auch kein Messie sein.Gute DeutschKenntnisse bevorzugt, weil mit Englisch bischen Schwirigkeiten habe.“