Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

schlau

September 19, 2008

heute gelernt: SeaWorld is like a mall with fish. nature is a commodity we cannot any longer explore but only consume.
weiterhin gelernt: auf der bergmanstraße sehen alle aus wie supermodels und an jeder ecke schreit es gentrifizierung. die penner vom kaisers sind wohl auch nur noch statisten in der komödie der zugezogenen (hach, ja, ist gut). mädchen in himmelblauen schmusepullovern mit paillettenblumen drauf erinnern an die reykjavíker-weibchen-elite.
noch mehr weisheiten aus der popwelt:

„you never gain weight from a doughnut hole“ (toris amos/ the doughnut song)

„how’s it like, how’s it like, how’s it like – to be young?“ (erlend øye/ ghost train)

switch me on/off on /off on/off

September 3, 2008

aus dem urlaub, da wo die sonne nicht scheint. viele kilometer in einem auto, dessen auspuff praktisch nicht existierte. am 8. august dann in the middle of fucking nowhere die nachricht eines einmarsches in den kaukasus. nichts könnte surrealer sein.
zurück in reykjavík, die kolonie der ex-pat-low/no-profit-europeans. past and future loved ones, it was nice to have your faces close. interessante substanzen und getränke in nur 2 wochen, anhaltende beleuchtung essen schlafbedürfnis auf. nach komischen 20 tagen nach kopenhagen, kein ding besser, aber bedeutend billiger. christiana + sören kierkegaard besuchen, tatort gucken, und ja, it could be sweet, aber für welchen preis, herrgott nochmal. dennoch lernen wir: nur wer macht, was er/sie will, kann nicht so leicht rummeckern. laissez-faire am polarkreis, dafür zwei daumen hoch.
þakkar til: lennart, anna, sverrir, edda, dina, ævar, den peoplz, elvis presley, gusgus (high on love for a split second) den freundlichen jeepfahrern von der isle of man, caro, den bewohnern der hverfisgata 68, marlboro lights, der polnischen nation und egils öl.

black-red-golden crescent rising

Juni 25, 2008

ein tag wie jeder andere … aber halt! deutschland gegen türkei. ein dramolett der ballkunst in drei zu zwei akten. in der schwül-lülülülü-en hitze von berlin wurde man zum schlesischen tor (kreuzberg, ihr ahnt schon…) geladen und dort sollte es zum public viewing beim lieblingsspäti gehen. früher nannte man das fernseh gucken, aber egal. die neue fahne sieht also wie folgt aus: schwarz-rot-gold und auf dem roten teil ein weißer halbmond mit stern. das ist designtechnisch höchste kunst und befriedigt die meisten gemüter.
ein spiel voller menschen, bällen, emotionen. außer einem pöbler, der, wie sich später rausstellt, geburtstag hat, und etwa dreißig minuten alle eine fotze nennt. das wahre drama beginnt bei der ersten bildstörung. schreie. es folgt kurz darauf: ausfall des beamers, zweite bildstörung. ohnmacht, apokalypse. deutschland gewinnt fast bilderbuchmäßig, für 2 sekunden sind wir deutschland, ich auch. wir stoßen an mit krombacher für die rettung des regenwaldes. gleich darauf zum autokorso … welcher autokorso? in diesen zeiten wird gespart oder es sind die ökonazis am werk, jedenfalls fahren kaum autos. auf der straße sammeln sich hingegen türken, deutsche, rabauken aus friedrichshain, die die keulen vom ersten mai rausholen. autos werden geschunkelt, flaschen geworfen und die prosodie von „doischlaaaaaan’ “ und „tür-ki-ye! tür-ki-ye!“ mischen sich zu „doischlan’-tür-ki-ye!“. kein zweifel, bei einem türkischen gewinn wäre die hölle los und die party fände kein ende bis in den nächsten tag hinein. eine irgendwie deutsche euphorie ist nicht wirklich zu spüren, jedoch scheint es, dass sich nun mit jedem spieltag v.a. berlin in eine kleine karnevalsburg verwandelt. selbst die s- und u-bahnen sind eine einzige fahrende fanmeile.
was das alles bedeutet, vermag man nur zu ahnen. fußball als kittsubstanz einer fragmentierten gesellschaft? fußball als ritualisierte gewalt und aggression? krieg mit anderen mitteln? darauf ein krombacher aus dem regenwald.

rebecca makes it fun!

Mai 22, 2008

in den usa hätte ich ständig probleme mit der nahrungsaufnahme, panisch, sachen mit manipuliertem gencode oder hypercalciumzusatz zu mir zu nehmen. naja, wir sind aber nicht in den usa. einzig beneidenswert: die pints (UK) und gallon (US) der milchflaschen. seufz.

cult. anthr., round IV

April 22, 2008

zwischen russen und deutschen eingezwängt zu sein ist die historische bestimmung mitteleuropas. die mitteleuropäische angst schwankt historisch zwischen zweierlei sorge hin und her: die deutschen kommen, die russen kommen. der mitteleuropäische tod, das ist der tod im lager oder im gefängnis, ein kollektiver tod. massenmord, säuberungen. die mitteleuropäische reise, das ist die flucht. aber woher, wohin? vor den russen zu den deutschen? oder vor den deutschen zu den russen? gut, daß es auf der welt im notfall noch amerika gibt.

juri andruchowytsch „moja evropa

ja und damit beginnt es wieder.
gelockte mädchen mit träumendem blick und alternativem schmuck wollen „total gerne was so mit jüdischer diaspora machen und so“, das hätte sie schon immer interessiert. die deutsche romantik lebt weiter in diesen köpfen, staubige koffer, ein bärtiger vater mit pince-nez, wanderlust, abenteuer, schiffsfahrt, babylonisches sprachgewirr in den unteren klassen. amuröse verstrickungen über einen ganzen, alten kontinent, verlorene heimat wie im lehrbuch, märchen aus absurdistan. spionage, rauchende pistolen, akkumuliertes gedächtnis eines so genannten europas und seiner vertriebenen, umgeschichteten bewohner.
und jetzt&hier träumen sie stark von helden. retrospektive lockenmädchen mit wiedergutmachungsreflex gegenüber einfach allem und jedem und mit missionarisch-bekennendem eifer in den augen. puh.

personal jesus II.

März 21, 2008

someone to be your friend, someone who cares.
interessiert beobachte ich die karfreitagsumzüge am bildschirm, wie sich menschen v.a. katholischen glaubens früh morgens aus dem bett zerren um durch den wald zu laufen – immer einer verkleideten christus-figur hinterher, die ein kreuz auf den schultern hinter sich herträgt. katholizismus ist wohl die dramaturgisch am besten durchdachte form des christentums, so viele schöne regeln die man brechen darf und pompöse inszenierungen der gottheit.

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personal jesus I.

März 21, 2008

die christus-impersonatoren in jerusalem sind mitglieder einer hollywood-schauspieler-truppe. ihr messias hat hat goldblonde haare und kunstblut läuft ihm in strömen über die glattrasierte und sonnengebräunte brust. die israelischen soldaten sind aber rischtisch escht und blicken grimmig hinter ihren riesensonnenbrillen mit den MPs im anschlag.

fund

März 4, 2008

We didn’t have no where to live, / we didn’t have nowhere to go
’til someone said / „I know this place off Burditt Road.“
It was on the fifteenth floor, / it had a board across the door.
It took an hour / to pry it off and get inside. / It smelt as if someone had died;
the living-room was full of flies, / the kitchen sink was blocked,
the bathroom sink not there at all. / Ooh, / it’s a mess alright, / yes it’s
Mile End. / And now we’re living in the sky! / I’d never thought I’d live so
high, / just like Heaven / (if it didn’t look like Hell.)
The lift is always full of piss, / the fifth floor landing smells of fish
(not just on Friday, / every single other day.)
Below the kids come out tonight, / they kick a ball and have a fight
and maybe shoot somebody if they lose at pool.
Ooh, / it’s a mess alright, / yes it’s / Mile End.
[mumbled mutterings... you love it...]
Oo-ooh / Nobody wants to be your friend
’cause you’re not from round here, / ooh / as if that was
something to be proud about. / The pearly king of the Isle of Dogs
feels up children in the bogs. / Down by the playing fields,
someone sets a car on fire I guess you have to go right down
before you understand just how, / how low,
how low a human being can go. / Ooh, / it’s a mess alright, / yes it’s
Mile End. / (don’t do that! Leave it out!) / Bababa…
Lalala…

Pulp „mile end“ (1996)