Archiv für die Kategorie ‘islandia’

farið á hausinn

Oktober 9, 2008

island ist pleite. materialismus hat sich aufgelöst in einer riesigen seifenblase. am dienstag waren alle geldautomaten zu und nur noch ausländische kreditkarten funktionierten. „der baum brennt (aber richtig)!“, sagt e. aus berlin. requiem for a currency. bedauerlich ist, wie bei allen dieser ökonomischen dramen, dass es zunächst die trifft, die es nicht verdienen und die sich den lebensunterhalt mit harter und schmutziger arbeit verdienen. fú!

switch me on/off on /off on/off

September 3, 2008

aus dem urlaub, da wo die sonne nicht scheint. viele kilometer in einem auto, dessen auspuff praktisch nicht existierte. am 8. august dann in the middle of fucking nowhere die nachricht eines einmarsches in den kaukasus. nichts könnte surrealer sein.
zurück in reykjavík, die kolonie der ex-pat-low/no-profit-europeans. past and future loved ones, it was nice to have your faces close. interessante substanzen und getränke in nur 2 wochen, anhaltende beleuchtung essen schlafbedürfnis auf. nach komischen 20 tagen nach kopenhagen, kein ding besser, aber bedeutend billiger. christiana + sören kierkegaard besuchen, tatort gucken, und ja, it could be sweet, aber für welchen preis, herrgott nochmal. dennoch lernen wir: nur wer macht, was er/sie will, kann nicht so leicht rummeckern. laissez-faire am polarkreis, dafür zwei daumen hoch.
þakkar til: lennart, anna, sverrir, edda, dina, ævar, den peoplz, elvis presley, gusgus (high on love for a split second) den freundlichen jeepfahrern von der isle of man, caro, den bewohnern der hverfisgata 68, marlboro lights, der polnischen nation und egils öl.

meet the family

März 17, 2008

reykjavík, 1981/82. es riecht nach fisch und marihuana (sagt man so). eine verdammt junge band namens „selbstbefriedigung“ (sjálsfróun) spielt in einer schulaula und zerschlägt ihre schäbigen instrumente, etwa 10 jahre prä-kurt cobain. der drummer der band scheint noch nicht mal die grundschule beendet zu haben, der rest der band besteht aus assi-punks der vordersten reihe. mitleidig darf man die mundwinkel verziehen als der kleinste meint, er könne sich den kick des klebstoff-schnüffelns nicht immer leisten; tragisch, denn heroin war etwas für das festland und in island in der zeit vor dem massentourismus weitestgehend abwesend.
„rokk í reykjavík“, entstanden anfang der 80-er jahre, ein eher flüchtiger und sichtbar amateurhafter dokumentarfilm über das was in island „pönkbylgjan“, die punkwelle, heißt und irgendwie den späten beginn der moderne einläutete für die fischernation. die kinder von seemännern und schafzüchtern wünschten sich zu weihnachten oder der konfirmation eine e-gitarre. jungs, die in probekellern abgehen wie ein zäpfchen, heute gäbe es ritalin und tanztheater gegen die aggression, die langeweile. es wurden tiere geopfert in einem happening, bis die polizei einschritt, alles unter dem einfluss von vímur, selbstgebranntem schnaps zur zeit des bierverbotes. eine sehr junge björk von 14 jahren, ein ebenso junges publikum. die „punks“ aus island sind glattgekämmte jungs in regendichten overcoats, mutti hat auch stullen für’s konzert mit eingepackt. geil.
(und endlich sind die wollpulli-tragenden wanderrucksäckler aus dem kino raus sobald die rede von beton und dreck ist.)