Archiv für die Kategorie ‘anthropologia’

notizen aus dem småland

September 17, 2008

four features of disneyfication nach bryman ( paterson s. 71):
theming
dedifferentiation of consumption
merchandising
emotional labour

americanization of taste? –> swedization of taste! mit schweden sind keine negativen assoziationen verbunden daher “gut”. schweden als direkte marke die über ikea mitverkauft wird  glaube an das „gute“ in schweden nation schweden als themenpark und als konsumgut selber

möbel bei ikea als ausstellungsstück der marke schweden

global, local, glocal? glocalisation

am schluss klingt alles nach bauchspeichedrüsennebenprodukten.

black box identity

Juli 1, 2008

„[...] cosmopolitian identity is elitist and representative of a mobile middle class, cultural tourists dabbling rootlessly in a variety of cultures in a relentless search for new experiences, aesthetic stimulation and cultural novelty and unable to sustain a sense of local connection or responsibility for the growing number of socially and cultural excluded“ (Featherstone, 2002)

„cosmopolitanism is not a practice of an elite. international economic migration, transnational labour markets and flows of political refugees have created groups of people who have to combine the contradictions of different cultures within their everyday lives. such groups cannot be part of a single nation state, indeed this dislocation is neccessary for their survival. [...] these groups, characterized by their in-between status, demonstrate that neither nation-state nor ethnic group has the monopoly on loyalty … there is an intermediate space where a set of alternatives might emerge, based for example on hybrid identities. [...] increasingly, people have biographies which relate to more than one place. we might say a polygamous relationship to place is becoming the norm: and as one is in love with many places, one develops deep connections to more than one culture. even when forced to be plurally located, affective relations may follow… this aspect of cosmopolitanization is very important and concerns the integration and transcendence of contradicitons between cultures, and at the same time, the preservation of commitment to localities…“ (Beck, 2001)

„stephanie says … that she wants to know … what country shall i say i’m calling from across the world?“ (the velvet underground, 1969)

vecher I

Mai 25, 2008

die aufdröselung der „freundschafts-punkte-vergabe“ beim jährlichen eurovision gleicht gar einer ethnologischen analyse momentaner kriegs- und friedensszenarien über den kontinent namens europa und zwischen all jenen, die sich vielleicht noch dazu rechnen (think israel).
norwegen gibt polen 8 punkte wegen der hohen zahl der auswanderer dort, bulgarien verteilt an deutschland 12 punkte, weil alle lesbischen bulgarinnen lucy huldigen. serbien und montenegro geben jetzt getrennte stimmen ab. dass der armenische beitrag auch gerne jenseits von gut und böse sein kann, beweist mal wieder, was ne ordentliche diaspora wert ist. wie bei der letzten bastion des nationalisierens, dem fußball, wird auch beim eurovision ausgepfiffen und da wurde gedacht, man hätte den patriotismus hinter sich gelassen. eine umfrage ergab, dass in jenen ländern, die nicht durch die vorentscheidung kamen und somit nicht teilnehmen, die „einheimische“ bevölkerung erst gar nicht zuschaut, geschweige denn abstimmt. so we is gonna get more votes for barbados next time!
eurovision ist auch ein erstaunliches barometer des zerfalls der westeuropäischen hegemonie. den sieg tragen meist keine länder zentraleuropas (mehr) davon (ich freue mich wahnsinnig auf den ersten grand prix in azerbaijzan!). seit 2002 fand der wettbewerb in tallin, riga, istanbul, kiev und helsinki statt. nicht zu vergessen israel, das immernoch erstaunlich europäisch ist wenn es um entertainment geht (und dieses jahr einen kibbuz-boy schickte, oh my). aber es bleibt fraglich, ob länder wie deutschland, frankreich, großbritannien oder italien jemals wieder gastgeber sein werden, selbst-vergessen und träge wie sie sind.
dass russland gewonnen hat, war eine seltsame überraschung. ok, timbaland, diese musikhure. ok, dima dazu. long-distance telecommunication owning female teenagers of the former east block, unite. immerhin, dadurch wird es lustig werden, nächsten frühling in moskau.

sons & daughters of the mayflower

Mai 22, 2008

kosum II – eine anregende virtuelle reise durch die größte amerikanische mall, die MAll of America (MOA). riesig groß. riesig voll. nach dem lesen der angebote will man kaufen und glücklich werden. einige kuriositäten aus dem leistungs- und regulierungsspektrum:

1) Parental Escort Policy
We welcome all youth to Mall of America®, however on Friday and Saturday evenings youth under 16 must be accompanied by an adult 21 years or older from 4 p.m. until close. One adult may supervise up to 10 youth. Anyone 21 years or younger should be prepared to show a driver’s license, state identification card, passport, or Mall of America employee identification card during the Parental Escort hours.

2) Did you know?
• 258 Statues of Liberty could lie inside the Mall
• If a shopper spent 10 minutes browsing at every store, it would take them more than 86 hours to complete their visit to Mall of America

3) WalkSport™ Mall Stars!
Mall of America opens its doors for (free) mall walking at 7 a.m. daily. One lap around the first level of Mall of America is 0.57 miles.

4) Kids Eat Free on Tuesdays!
One adult meal must be purchased for every child’s free meal. Valid for lunch or dinner every Tuesday. Children must be 6 years or younger. Not valid with any other offer.

5) Chapel of Love
Chapel of Love is pleased to invite you to create your dream wedding in our romantic chapel, located in the exciting Mall of America®. Chapel of Love was even selected in the top ten places in America to get married on CitySearch!

6) European Gift – Store
Large selection of authentic German beersteins. Anheuser Busch collectable steins. Premier dealers of: Hummel, Swarvoski, Lladro, Steiff. Meissen Crystal, Italian and Swiss music boxes. Belgian and French tapestries, Steinbach and Ulbrich nutcrackers and smokers. Dolls: Lee Middleton, Madam Alexander, Danish Pixies, amber jewelry. Pewter figurines, Pipka’s Santas, thimbles, Russian Matryoshkas, etc. Cuckoo Clocks, Howard Miller clocks. We ship everywhere in the US.

konsum 08

Mai 22, 2008

aus meinen feldnotizen:

Dem gegenüber steht eine autonome Nutzung des Kaufhauskomplexes, d.h. Besetzung des Raumes oder willkürliche Umgestaltung. Das Kaufhaus bleibt Privatgrund. Die Abwesenheit einer fülle möglicher Handlungen im Ort Kaufhaus verweist auch auf eine bestimmte Kundenrolle, die es beim Betreten des Gebäudes einzunehmen gilt. Der Raum „Schloss“ übt wie viele seiner Pendants eine disziplinierende Wirkung auf den Besucher aus, d.h. eine blitzschnelle Umstellung auf einen bestimmten Modus, der den Aufenthalt für einen selbst und die anderen Besucher am angenehmsten gestaltet. Dies ist vergleichbar mit dem Modus, den Fahrgäste in öffentlichen Transportmitteln einnehmen, z.B. um nicht angestarrt zu werden aber gleichzeitig auch selber nicht (zu auffällig) andere anzustarren und damit in einer unausweichlichen Situation des Zusammenseins auf begrenztem Raum einen Rest von Privatsphäre und Distanz aufrecht zu erhalten. … Der Effekt des „inspacing“, der bei den NA deutlich wird, d.h. die Verlängerung der Privatsphäre in den semi-privaten Raum des Kaufhauses, ist diagonal entgegengesetzt zum Konzept des „Schlosses“: hier geht es um die bewusste Schaffung eines künstlichen Raumes mit Design- und Soundkonzept und determinierten Handlungsoptionen. Die suggerierte „Ruheoase“ (Brunnen, Sitzplätze, Pflanzen, gute Luftqualität) ist jedoch nicht auf Dauer angelegt. Zudem spielt hier das Innengestaltungskonzept eine interessante Rolle: die dargebotene laienhafte (und hinterfragbare) Vermischung verschiedener Kunst- und Architekturstile soll vom Publikum als diese identifiziert werden. Die Nutzung der genannten Stile (Neo-Renaissance und –Klassizismus), in Kombination mit den romantisierenden Elementen aus dem 19./20. Jahrhundert, all jenes Beige, Gold, Antikanleihen und Nostalgieartefakte erwecken eine konservierende Stimmung, die die Mall auf ein bestimmtes Alters- und Kundenspektrum ausrichtet (nicht zu vergessen die unsynchrone Deckenprojektion der Unterwasserwelt gepaart mit Vogelzwitschern). Eine gepflegte, niveauvolle, saubere Stimmung soll den Kunden begleiten, das Gefühl von Erhabenheit, Bürgerlichkeit, ja gar Bourgeoisie. Dies schließt bestimmte Gruppen wiederum vom Einkaufserlebnis aus. Die Assoziation am Eingang – Schloss = Kunde ist König – war durchaus berechtigt. Hier bestätigt sich die Theorie, dass einkaufskomplexe heutzutage bei weitem der „profanen“ Utilität ihres Versorgungscharakters enthoben sind und stattdessen eine Erlebnislandschaft anbieten, die zur verweilen/Wiederkehr und dem kontinuierlichen oder verstärkten konsumieren anregen soll.“