oh wedding, schönes wedding. chresthomatisch begabte mädchen sagen mir voraus, dass ich im nächsten leben in der ukraine wiedergeboren werde – wegen des karmas.
ein mann prostet uns von seinem fenster zu als wir die straße mit der pugacheva und ukrainischen hits beschallen.
ringbahnsaufen erfolgreich abgeschlossen: station eins.
storkower strasse. das leergefegte gelände einer ehemaligen schlachterei wartet auf besuch. straßen. eine davon „Neue Welt“, die nächste schon „Zur alten Jammer“. endlich eine kneipe, „eisbein eck“, von der wir vermuten, sie hieß vor ein paar jahren mal „bei manni“ oder „uschis biereck“. wir bestellen jägermeister. es gibt eine braune flüssigkeit in fettverschmierten gläsern, es ist nicht jägermeister. die wirtin ist hackedicht und sieht aus, als hätte sie schon öfters mal das gesicht zerschlagen bekommen. ihre gäste sind genauso hackedicht. „wo kommt ihr denn her?“ wir kommen vom geburtstag. echt? und wann war der? am dienstag. wir feiern seit dienstag durch. darauf heben wir einen mit, vermutlich, manni. „jetzt raus ihr, wir haben gleich sperrstunde und wir wollen keinen ärger mit der polizei!!“
station zwei.
neukölln. schönheit in aktion. von der station fällt man hinaus in den dönerladen. menschen, die aussehen, als hätte man ihnen schon öfters das gesicht zerschlagen. es ist viertel nach zwei. bei börek und bier auf den plastikstühlen vor der tür fühlt sich auch neukölln an wie kurfürstendamm am sonntag morgen. ein mann kommt vorbei, er trägt einer reiterkostüm. fein. wir kippen underberg hinterher und weiter.
station drei.
schöneberg. erstaunlich lebendig. wir waren noch nie hier. mittlerweile nur auf den harten und trinkfesten kern reduziert gibt es linsensuppe. der laden bietet auch pansen an. ein mann südosteuropäischer herkunft spielt auf einem hackbrett verträumte melodien in die nacht. frisches warmes brot um kurz nach drei ist ein segen.