farið á hausinn

Oktober 9, 2008

island ist pleite. materialismus hat sich aufgelöst in einer riesigen seifenblase. am dienstag waren alle geldautomaten zu und nur noch ausländische kreditkarten funktionierten. „der baum brennt (aber richtig)!“, sagt e. aus berlin. requiem for a currency. bedauerlich ist, wie bei allen dieser ökonomischen dramen, dass es zunächst die trifft, die es nicht verdienen und die sich den lebensunterhalt mit harter und schmutziger arbeit verdienen. fú!

frauen und männer von welt…

Oktober 9, 2008

…leben in schleswig holstein. gleich in der nähe von sankt peter-ording.

schlau

September 19, 2008

heute gelernt: SeaWorld is like a mall with fish. nature is a commodity we cannot any longer explore but only consume.
weiterhin gelernt: auf der bergmanstraße sehen alle aus wie supermodels und an jeder ecke schreit es gentrifizierung. die penner vom kaisers sind wohl auch nur noch statisten in der komödie der zugezogenen (hach, ja, ist gut). mädchen in himmelblauen schmusepullovern mit paillettenblumen drauf erinnern an die reykjavíker-weibchen-elite.
noch mehr weisheiten aus der popwelt:

„you never gain weight from a doughnut hole“ (toris amos/ the doughnut song)

„how’s it like, how’s it like, how’s it like – to be young?“ (erlend øye/ ghost train)

notizen aus dem småland

September 17, 2008

four features of disneyfication nach bryman ( paterson s. 71):
theming
dedifferentiation of consumption
merchandising
emotional labour

americanization of taste? –> swedization of taste! mit schweden sind keine negativen assoziationen verbunden daher “gut”. schweden als direkte marke die über ikea mitverkauft wird  glaube an das „gute“ in schweden nation schweden als themenpark und als konsumgut selber

möbel bei ikea als ausstellungsstück der marke schweden

global, local, glocal? glocalisation

am schluss klingt alles nach bauchspeichedrüsennebenprodukten.

in bed with ikea

September 16, 2008

wieder mal ikea, die firma, mit der ich mein (nicht-ikea) bett zurzeit teile, hausarbeitsbedingt. aber nett, dass man sich 1994 entschloss, eine solche kampagne zu initiieren. später nur noch eine dezente anspielung in der fleurop-werbung 2008. hm!

switch me on/off on /off on/off

September 3, 2008

aus dem urlaub, da wo die sonne nicht scheint. viele kilometer in einem auto, dessen auspuff praktisch nicht existierte. am 8. august dann in the middle of fucking nowhere die nachricht eines einmarsches in den kaukasus. nichts könnte surrealer sein.
zurück in reykjavík, die kolonie der ex-pat-low/no-profit-europeans. past and future loved ones, it was nice to have your faces close. interessante substanzen und getränke in nur 2 wochen, anhaltende beleuchtung essen schlafbedürfnis auf. nach komischen 20 tagen nach kopenhagen, kein ding besser, aber bedeutend billiger. christiana + sören kierkegaard besuchen, tatort gucken, und ja, it could be sweet, aber für welchen preis, herrgott nochmal. dennoch lernen wir: nur wer macht, was er/sie will, kann nicht so leicht rummeckern. laissez-faire am polarkreis, dafür zwei daumen hoch.
þakkar til: lennart, anna, sverrir, edda, dina, ævar, den peoplz, elvis presley, gusgus (high on love for a split second) den freundlichen jeepfahrern von der isle of man, caro, den bewohnern der hverfisgata 68, marlboro lights, der polnischen nation und egils öl.

„osteuropäische physiognomie“

Juli 14, 2008

Liebe Mitglieder der agentur wanted,

diesmal sind wir auf der Suche nach osteuropäischen Männern, die in dem Kinofilm Hilde russische Soldaten kurz nach Ende des II. Weltkrieges darstellen sollen.
Die Drehtage wären bereits nächste Woche Dienstag, der 22.07.2008 und Donnerstag, der 24.07.2008. Pro Tag ist eine Gage von 55€ angesetzt.
Im Vorfeld gibt es noch eine Masken- und Kostümprobe, die höchstwahrscheinlich Ende dieser Woche stattfindet.

Falls ihr Männer russischer Herkunft kennt oder Männer mit typisch russischem Aussehen oder gar selbst Osteuropäer seid und Zeit und Lust habt, bei diesem tollen Kinofilm mitzumachen, dann meldet euch doch bitte so schnell wie möglich unter dem Stichwort Hilde-russische Solaten

per mail an:

info@agentur-wanted.de

oder telefonisch unter 030-695 798 0

und wir setzen uns umgehend mit euch in Verbindung

Herzliche Grüße
eure agentur wanted
Martina Hennicke

kommentar herr m. aus l.:
„Magdeburg. Ein Hauch von Hollywood wehte gestern durch Magdeburg. Auf einem alten Brauerei-Gelände und in einer nahegelegenen Ruine begannen die Dreharbeiten für den Kinofilm “ Hilde “ über das Leben von Hildegard Knef. Heike Makatsch spielt die Hauptrolle.“

wenn das nix is’…

black box identity

Juli 1, 2008

„[...] cosmopolitian identity is elitist and representative of a mobile middle class, cultural tourists dabbling rootlessly in a variety of cultures in a relentless search for new experiences, aesthetic stimulation and cultural novelty and unable to sustain a sense of local connection or responsibility for the growing number of socially and cultural excluded“ (Featherstone, 2002)

„cosmopolitanism is not a practice of an elite. international economic migration, transnational labour markets and flows of political refugees have created groups of people who have to combine the contradictions of different cultures within their everyday lives. such groups cannot be part of a single nation state, indeed this dislocation is neccessary for their survival. [...] these groups, characterized by their in-between status, demonstrate that neither nation-state nor ethnic group has the monopoly on loyalty … there is an intermediate space where a set of alternatives might emerge, based for example on hybrid identities. [...] increasingly, people have biographies which relate to more than one place. we might say a polygamous relationship to place is becoming the norm: and as one is in love with many places, one develops deep connections to more than one culture. even when forced to be plurally located, affective relations may follow… this aspect of cosmopolitanization is very important and concerns the integration and transcendence of contradicitons between cultures, and at the same time, the preservation of commitment to localities…“ (Beck, 2001)

„stephanie says … that she wants to know … what country shall i say i’m calling from across the world?“ (the velvet underground, 1969)

black-red-golden crescent rising

Juni 25, 2008

ein tag wie jeder andere … aber halt! deutschland gegen türkei. ein dramolett der ballkunst in drei zu zwei akten. in der schwül-lülülülü-en hitze von berlin wurde man zum schlesischen tor (kreuzberg, ihr ahnt schon…) geladen und dort sollte es zum public viewing beim lieblingsspäti gehen. früher nannte man das fernseh gucken, aber egal. die neue fahne sieht also wie folgt aus: schwarz-rot-gold und auf dem roten teil ein weißer halbmond mit stern. das ist designtechnisch höchste kunst und befriedigt die meisten gemüter.
ein spiel voller menschen, bällen, emotionen. außer einem pöbler, der, wie sich später rausstellt, geburtstag hat, und etwa dreißig minuten alle eine fotze nennt. das wahre drama beginnt bei der ersten bildstörung. schreie. es folgt kurz darauf: ausfall des beamers, zweite bildstörung. ohnmacht, apokalypse. deutschland gewinnt fast bilderbuchmäßig, für 2 sekunden sind wir deutschland, ich auch. wir stoßen an mit krombacher für die rettung des regenwaldes. gleich darauf zum autokorso … welcher autokorso? in diesen zeiten wird gespart oder es sind die ökonazis am werk, jedenfalls fahren kaum autos. auf der straße sammeln sich hingegen türken, deutsche, rabauken aus friedrichshain, die die keulen vom ersten mai rausholen. autos werden geschunkelt, flaschen geworfen und die prosodie von „doischlaaaaaan’ “ und „tür-ki-ye! tür-ki-ye!“ mischen sich zu „doischlan’-tür-ki-ye!“. kein zweifel, bei einem türkischen gewinn wäre die hölle los und die party fände kein ende bis in den nächsten tag hinein. eine irgendwie deutsche euphorie ist nicht wirklich zu spüren, jedoch scheint es, dass sich nun mit jedem spieltag v.a. berlin in eine kleine karnevalsburg verwandelt. selbst die s- und u-bahnen sind eine einzige fahrende fanmeile.
was das alles bedeutet, vermag man nur zu ahnen. fußball als kittsubstanz einer fragmentierten gesellschaft? fußball als ritualisierte gewalt und aggression? krieg mit anderen mitteln? darauf ein krombacher aus dem regenwald.

vecher III

Juni 1, 2008

oh wedding, schönes wedding. chresthomatisch begabte mädchen sagen mir voraus, dass ich im nächsten leben in der ukraine wiedergeboren werde – wegen des karmas.
ein mann prostet uns von seinem fenster zu als wir die straße mit der pugacheva und ukrainischen hits beschallen.

ringbahnsaufen erfolgreich abgeschlossen: station eins.
storkower strasse. das leergefegte gelände einer ehemaligen schlachterei wartet auf besuch. straßen. eine davon „Neue Welt“, die nächste schon „Zur alten Jammer“. endlich eine kneipe, „eisbein eck“, von der wir vermuten, sie hieß vor ein paar jahren mal „bei manni“ oder „uschis biereck“. wir bestellen jägermeister. es gibt eine braune flüssigkeit in fettverschmierten gläsern, es ist nicht jägermeister. die wirtin ist hackedicht und sieht aus, als hätte sie schon öfters mal das gesicht zerschlagen bekommen. ihre gäste sind genauso hackedicht. „wo kommt ihr denn her?“ wir kommen vom geburtstag. echt? und wann war der? am dienstag. wir feiern seit dienstag durch. darauf heben wir einen mit, vermutlich, manni. „jetzt raus ihr, wir haben gleich sperrstunde und wir wollen keinen ärger mit der polizei!!“

station zwei.
neukölln. schönheit in aktion. von der station fällt man hinaus in den dönerladen. menschen, die aussehen, als hätte man ihnen schon öfters das gesicht zerschlagen. es ist viertel nach zwei. bei börek und bier auf den plastikstühlen vor der tür fühlt sich auch neukölln an wie kurfürstendamm am sonntag morgen. ein mann kommt vorbei, er trägt einer reiterkostüm. fein. wir kippen underberg hinterher und weiter.

station drei.
schöneberg. erstaunlich lebendig. wir waren noch nie hier. mittlerweile nur auf den harten und trinkfesten kern reduziert gibt es linsensuppe. der laden bietet auch pansen an. ein mann südosteuropäischer herkunft spielt auf einem hackbrett verträumte melodien in die nacht. frisches warmes brot um kurz nach drei ist ein segen.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.